Schule darf keine Werbefläche für das Militär sein - Die Linke kritisiert geplante Bundeswehr-Vorträge im Kreis
Die Fraktion Die Linke im Kreistag Wesel weist Bundeswehr-Auftritte an Schulen im Kreis grundsätzlich zurück. „Schulen sind keine Rekrutierungsorte. Wer die Bundeswehr in Klassenzimmer holt, verlässt den Bildungsauftrag“, sagt Fraktionsmitglied Laetitia Knüfer. Die regelmäßige Präsenz der Bundeswehr an Schulen stelle keinen Beitrag zur neutralen Berufsorientierung dar, sondern macht Schule zum Objekt militärischer Interessen.
Auch zwischen Januar und April 2026 sind in Wesel, Moers, Schermbeck und Alpen erneut Bundeswehr-Veranstaltungen geplant. Diese Termine stehen für eine landesweit etablierte Praxis: In Nordrhein-Westfalen fanden 2025 weit über 800 Bundeswehr-Auftritte an Schulen statt, wie sich aus einer Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken entnehmen lässt. Militärische Akteure sind damit längst kein Ausnahmefall mehr, sondern Teil schulischer Normalität.
Ein mehrheitlicher Teil dieser Veranstaltungen richtet sich an Schüler*innen der 9. und 10. Klassen. Die Bundeswehr richtet ihre Auftritte bewusst auf Minderjährige aus. Militärische Karrierelogik wird systematisch in einem Alter vermittelt, in dem politische Urteilsfähigkeit noch nicht vollständig entwickelt ist. Damit wird eine Grenze überschritten, die Schulen eigentlich schützen sollen.
Die Darstellung solcher Auftritte als „Sachinformation“ verschleiert ihren Zweck. Die Bundeswehr verfolgt ein institutionelles Rekrutierungsinteresse, kein neutrales Bildungsanliegen. Dass Schulen hierfür Räume, Unterrichtszeit und pädagogische Legitimation bereitstellen, beschädigt das Vertrauen in die Schule als geschützten Bildungsraum.
