ODI-Aus: On-Demand ist gescheitert – wir brauchen echten ÖPNV
Die Linke Rheinberg fordert nach Ende des Taxi-auf-Abruf-Dienstes
Neuausrichtung der Verkehrspolitik im Kreis Wesel
Das On-Demand-Verkehrsangebot ODI der Wir4-Städte wird zum Jahresende eingestellt. Trotz 1,8 Millionen Euro Landesförderung und 560.000 Euro kommunalem Eigenanteil konnte kein tragfähiges Finanzierungsmodell gefunden werden. Für Renan Cengiz, Stadtrat der Linken in Rheinberg, ist das Ende des „Taxi auf Abruf“ keine Überraschung.
Bereits im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt hatte Cengiz vor der Fixierung auf On-Demand-Angebote gewarnt, während andere Kandidaten einzelne Bus- und Bahnverbindungen im ländlichen Raum für unwirtschaftlich erklärten. „Es gibt keine Alternative zu zuverlässigem, flächendeckendem öffentlichem Nahverkehr. Gerade Vielfahrer können sich die vermeintlich günstigere Taxi-Alternative nicht leisten – und die Wir4-Kommunen offensichtlich ebenso wenig.“
Nach mehr als zweieinhalb Jahren Betrieb und über 8.000 registrierten Nutzern wird ODI zum 31. Dezember 2025 eingestellt. Cengiz sieht darin ein bundesweites Muster: „Wir dürfen Mobilität nicht der Marktlogik überlassen. „Marktorientierte Ansätze haben den ÖPNV nicht gestärkt, sondern geschwächt“, erklärt der Linke-Stadtrat. „Nahverkehr ist Daseinsvorsorge und gehört in die öffentliche Hand – mit verlässlicher staatlicher Finanzierung statt befristeter Modellprojekte.“
Laut aktueller Greenpeace-Studien schrumpft der ÖPNV-Ausbau in zwei Dritteln der deutschen Großstädte.1 Die Europäische Transportarbeiter-Föderation warnt, Privatisierungen im ÖPNV führten häufig zu Sicherheitsproblemen und Qualitätsverschlechterung. Viele Kommunen kehren zur öffentlichen Hand zurück.
Cengiz fordert die Politik auf allen Ebenen auf, Druck auf Bund und Land auszuüben. Überbrückungslösungen wie der Rheinberger Bürgerbus seien wertvoll, dürften aber nicht zur Dauerlösung werden, weil sie das strukturelle Problem auf die Bürgerschaft abwälzen. „An zuverlässigem, staatlich finanziertem ÖPNV führt kein Weg vorbei – auch und gerade im ländlichen Raum.“

