Work-Life-Balance ist kein Luxus – wir kämpfen für ein gutes Leben für alle

Die Linke Stadtverband Dinslaken

Infostand auf dem Neutorplatz am 25. April – mit Rap, Diskussion und dem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben

Am Samstag, den 25. April 2026, lädt DIE LINKE Dinslaken ab 11 Uhr zum Infostand auf dem Neutorplatz ein – eine Woche vor dem Tag der Arbeit. Wir wollen gemeinsam mit den Menschen in Dinslaken sichtbar machen, was hinter den politischen Debatten der letzten Monate wirklich steckt: ein systematischer Angriff auf das Recht, gut zu leben.

Work-Life-Balance – ein Begriff, der von konservativen Kräften und zunehmend auch aus sozialdemokratischen Kreisen in die Ecke von Wohlstandsklagen und Leistungsverweigerung gedrängt wird. Wer heute Zeit für Familie, Erholung oder Pflege einfordert, sieht sich schnell mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht genug zu funktionieren. DIE LINKE Dinslaken stellt dem eine klare Haltung entgegen: Ein gutes Leben für alle ist kein Luxus – es ist eine politische Forderung.

Wer Teilzeit arbeitet, weil er Kinder großzieht oder Angehörige pflegt, leistet Arbeit, die diese Gesellschaft zusammenhält. Statt Anerkennung erleben diese Menschen – meist Frauen – Rentenabschläge, Gehaltseinbußen und soziale Unsicherheit. Das ist kein Versehen, das ist politisches Kalkül. Wir kommen am 25. April auf den Neutorplatz, um das sichtbar zu machen und gemeinsam zu diskutieren, wie wir uns dagegen wehren.“

Laetitia Knüfer, Sprecherin DIE LINKE Dinslaken

Ob Abbau des Sozialstaats, die Aushöhlung gewerkschaftlich erkämpfter Rechte bei Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen oder die gezielte Benachteiligung von Menschen, die wegen Care-Arbeit in Teilzeit arbeiten – die Liste der Angriffe ist lang. Der Infostand wird bildlich und lebendig veranschaulichen, was diese politischen Entscheidungen für die Menschen hinter den Statistiken bedeuten.

Ein besonderes Anliegen ist DIE LINKE Dinslaken an diesem Tag die Bedeutung der Gewerkschaften und die Warnung vor ihrer schleichenden Marginalisierung. Der 8-Stunden-Tag, bezahlter Urlaub, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: All das ist nicht vom Himmel gefallen. Es wurde von organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erkämpft – oft unter großen persönlichen Opfern. Heute geraten diese Errungenschaften zunehmend unter Druck, während gewerkschaftliche Organisierung in weiten Teilen der Gesellschaft aus dem Blickfeld gerät.

DIE LINKE Dinslaken möchte dem entgegenwirken und Menschen ausdrücklich ermutigen: Werdet aktiv, organisiert euch, tretet einer Gewerkschaft bei. Nur gemeinsam lässt sich der Verdrängung sozialer Rechte etwas entgegensetzen. Der Infostand am Neutorplatz soll dafür ein Ort des Gesprächs und der Vernetzung sein – offen für alle, die Fragen haben oder wissen wollen, wie sie sich einbringen können.

Wenn Politiker sagen, wir müssten mehr arbeiten und weniger klagen, dann frage ich: Für wen? Die Menschen in dieser Stadt stehen morgens früh auf, pflegen abends ihre Eltern und haben am Ende des Monats trotzdem kaum genug. Ein gutes Leben ist keine Faulheit – es ist das Mindeste, was eine reiche Gesellschaft ihren Menschen schuldet.“

Detlef Fuhg, Sprecher, DIE LINKE Dinslaken

Für besondere Aufmerksamkeit sorgt S. Castro mit zwei Auftritten. Der Rapper, 1991 als Kind einer kurdisch stämmigen Familie aus der Türkei geboren und früh mit politischer Verfolgung konfrontiert, hat sich mit seinen tiefgründigen, gesellschaftskritischen Texten einen Namen gemacht. Bekannt vor allem für seine „Venganza“-Reihe, in der er internationale Herrschaftsverhältnisse in den Blick nimmt, sieht S. Castro Hip-Hop als Sprachrohr der Unterdrückten – fernab von Statussymbolen, Sexismus und Drogenverherrlichung. Kein Wunder, dass man ihn „El Comandante“ nennt.