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DIE LINKE. Moers

Fraktions- und Ortsvereinsmitglieder der Partei DIE LINKE besuchten die Tafel

Am 25. April besuchten Fraktions- und Ortsvereinsmitglieder der Partei DIE LINKE die Tafel an der Klever Straße in Moers. Freundlich empfangen wurden sie vom Leiter, Herrn Schürings und Frau Könntgen. Bei einer Tasse Kaffee wurden Fragen und Antworten ausgetauscht. Herr Schürings hat die Tafel 1999 gegründet. Mit 30 Personen fingen sie damals an. Zunächst mit Privatautos und mit Backwaren. Sie holten sich die Sozialträger mit ins Boot. Inzwischen haben sie an die 100 ehrenamtliche Helfer/innen. Zur Zeit versorgen sie 2000 (!) Menschen pro Woche. Diese Zahl erschreckte auch uns. Der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands bestätigt sich hier praktisch!

1999 gab es ca. 200 Tafeln in der Bundesrepublik. Mittlerweile sind es an die 900! Leider, so sagte Herr Schürings, mußten auch Tafeln schließen, da die Versorgung nicht mehr ausreichte.

Die Stadt Moers hat die Mietkosten übernommen. Neue Fenster und Rolladen finanzierte ebenfalls die Stadt Moers. Den Strom bezahlen sie selbst. Die Tafel bekommt auch Spenden, was ihr natürlich hilft. Und sie sind dem Bundesverband der Tafeln angeschlossen.

Jedes Jahr wird die Tafel vom Lebensmittelamt überprüft.

Es gibt dienstags und mittwochs Frühstück und donnerstags Mittagessen und natürlich Lebensmittel. Der Sozialpaß der Stadt Moers und ein €uro pro Tag ist die Eintrittskarte für die Bedürftigen.  Die Lebensmittel erhält die Tafel von den jeweiligen Supermärkten. Für den Transport stellte Mercedes zwei Kühlwagen zur Verfügung. Die Tafel war an den Kosten zur Hälfte beteiligt. Ca. 40 Personen bekommen Lebensmittel zuhause zugestellt, da sie nicht zur Tafel aus gesundheitlichen Gründen kommen können.

An unserem Besuchstag waren ca. 70 Personen zum Frühstück anwesend. Ein Blick in den Raum ließ staunen. Niemals faßt er so viele Menschen! „Sie kommen nacheinander“, erklärte Frau Könntgen. Und sie möchten einen Obolus geben aus Dankbarkeit und Menschenwürde fürs Frühstück. Dafür gibt es ein Sparschwein auf dem Tisch.

An den Tagen, als die Flüchtlinge auch Moers bevölkerten, blieben die Einheimischen aus. Jetzt habe es sich eingependelt, so sagt Frau Könntgen. Natürlich gibt es auch Neiddebatten unter den Bedürftigen. Es können leider nicht alle alles haben, was die Tafel anbietet. Wer zuerst kommt, hat einen Vorteil. Man achte auch darauf, daß eine Familie etwas mehr bekommt, als eine alleinstehende Person. Unschöne oder undankbare Situationen gibt es leider auch – so landeten Tafel-Lebensmittel hinterm  Zaun, weil es wahrscheinlich den Beschenkten nicht schmeckte. Frau Könntgen weist immer darauf hin, so berichtete sie, daß sie dieses oder jenes nicht nehmen brauchen, wenn sie es nicht mögen.

Welche Hilfen die Tafel braucht, frugen die Gäste. Nun ja, meinte Frau Könntgen, es mußte gestrichen werden. Einen Anstreicher brauchen sie. Sanitär und Elektro sei ok.

Und wie es mit einer Unterstellmöglichkeit aussieht, wollten die Gäste wissen. Man sieht bei schlechtem Wetter, Regen und Schnee die Menschen ungeschützt stundenlang draußen stehen, was wie eine Diskriminierung wirkt. Die Antwort lautete: die Einfahrt muß frei bleiben, da dort die Lieferwagen reinfahren müssen, deshalb könne man keine Überdachung hinsetzen. Hhmm, das hört sich zwar logisch an. Dennoch wäre eine Art Carport eine Entgegenkommensgeste. Wenn der Lieferwagen kommt, muß halt Platz gemacht werden, was die Tafelgäste sicher tun werden, denn es sind ja „ihre“ Lebensmittel, die da gebracht werden.  

Ein zweites Problem bei der Tafel sind Toiletten. Eine direkte Toilette am bzw. im Haus gibt es nicht. Die Menschen müssen zum dahinterliegenden Friedhof  laufen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt eine Tankstelle. Dort  dürfen die Leute die Toilette benutzen.  Auf die Dauer ist das auch keine Lösung. Eine andere Unterkunft für die Tafel – z.B. das „weiße“ Haus oder das alte Hafthaus in Moers waren angedacht, eigenen sich jedoch nicht, sagen die Verantwortlichen.

Die LINKEn-Gäste bedankten sich für den freundlichen Empfang und die offene Aussprache. Zu wünschen bleibt, daß die Menschen in Zukunft mehr Lohn und Gehalt bekommen und eine gerechte Rente, die zum Leben reicht und solche Einrichtungen, wie die Tafel überflüssig machen. Dafür steht auch die Partei DIE LINKE.