16. Oktober 2011 DIE LINKE. Wesel

Zitadelle und Betuwe

Norbert Segerath

So lobenswert es ist, die Bürger unserer Stadt hinsichtlich der Verkehrsplanung der Europäischen Union über die Anbindung des Hafens Rotterdam an den italienischen Hafen von Genua über den Schienenweg (nichts anderes verbirgt sich unter der Bezeichnung Code 24) zu unterrichten, so ist doch die Art und Weise mehr als merkwürdig.

Da stehen einige Terminals (auf deutsch Bildschirme) auf denen man eine Sprache wählen kann, in der dann die Informationen per Mausklick abgerufen werden können. Aber nur wenn man ziemlich gut die englische Sprache beherrscht, denn das Meiste an Informationen ist nicht übersetzt. Ebenso auf der großen Informationstafel. Alles in englischer  Sprache. Ist es zu viel verlangt, dass eine so wichtige Information vollständig übersetzt wird oder ist es den Veranstaltern egal, dass sehr viele diese gar nicht lesen und somit verstehen können.

Was jedoch besonders auffällt ist das, was gar nicht in dieser Präsentation erwähnt, vielleicht aber auch bewusst ausgelassen wurde. Das Thema: “Transport gefährlicher Güter“ (dangerous goods). Dieser Sachverhalt ist weder im deutschen, noch im englischen Text erwähnt. Hat man immer noch nicht gemerkt, dass die primäre Gefährdung von diesen Transporten ausgeht. Sicherlich, Lärm macht krank und die Städte, Gemeinden und Landschaften werden von Lärmschutzwänden geteilt. Aber das kann den Betroffenen ziemlich egal sein, wenn sie tot oder schwer verletzt sind, nach einem Unfall mit einem gasbefüllten Kesselwagen.

Die Feuerwehren der betroffenen Kreise und Städte, von Emmerich bis Oberhausen, haben einen Forderungskatalog bezüglich der Streckensicherheit erstellt, der von allen Beteiligten, außer der deutschen Bahn AG, die diesen Katalog geflissentlich ignoriert, positiv aufgenommen und für vorbildlich gehalten wird. Alle Bürgerinitiativen, Ausschüsse, Politiker begrüßen diesen Forderungskatalog und stimmen dem voll und ganz zu. Alle aber wissen auch, dass diese Forderungen an der Bestandsstrecke, schon aus technischen Gründen, nicht erfüllt werden können. Eine grundlegende Erkenntnis aus diesem Forderungskatalog muss die sein, dass eine komplett neue, siedlungsferne Trasse, nach holländischem Vorbild, gebaut werden muss, um sowohl Mensch als auch Natur hinreichend zu schützen. Dies wird seit Jahren negiert. Es wird weiter über das dritte Gleis schwadroniert, als ob es keine Alternative gäbe.

Die Partei DIE LINKE. hat sich in der Resolution zur BETUWE Konferenz im April 2011 in Dinslaken, klar zu der siedlungsfernen Trasse bekannt. Die, nach Auffassung der Linken, beste und für die Zukunft umweltverträglichste, Lösung.

Norbert Segerath