Wie hoch schätzen Sie das Risiko ein, dass sich ein Unfall, wie er vor kürzerer Zeit im italienischen Viareggio passierte (dort explodierte ein mit brennbarem Gas gefüllter Kesselwaggon) vor Ihrer Haustür geschieht?
Das wird schon nicht so schlimm werden, meinen Sie? Schließlich sind wir hier in Deutschland, wo alles streng nach Recht und Gesetz geschieht. Und schließlich gilt die Bundesbahn als sicherstes Verkehrsmittel überhaupt.
Das war mal richtig, sicherlich.
Aber das war, als noch keine Privatisierung der Deutschen Bahn AG ins Auge gefasst war und die Bilanzen nicht geschönt werden mussten.
Als noch nicht ausschließlich gewinnorientiertes Wirtschaften, sondern eine flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln als erste Aufgabe gesehen wurde.
Als Pflege und Wartung noch ernst genommen wurden.
Aber die Realität ist so, dass die Deutsche Bahn AG auf Verschleiß fährt. Zur Kostenminderung werden Wartungsintervalle willkürlich verlängert. Sach- und fachkundiges Personal wird entlassen, versetzt oder hinausgemobbt und durch billigere aber dafür unqualifizierte Arbeitskräfte ersetzt. Wartungs- und Reparaturstützpunkte werden geschlossen.
Wozu dies führt können Sie aus den Medien entnehmen. Radringbrüche bei den ICE's, Achsenprobleme bei der Berliner S-Bahn, Achsenprobleme bei den Güterwaggons um nur einige zu nennen.Hinzu kommt noch die unerträgliche Einsparung des Personals in fast allen Bereichen. Als Bahnkunde merken Sie es beim Service. Genau so sieht es bei Pflege und Wartung aus, hier merkt man es jedoch erst, wenn es zu spät ist.
Und unter diesen Umständen werden Tag für Tag 480 Güterzüge, 700 m lang und mit 40% Gefahrgütern der unterschiedlichsten Gefährdungsklassen in Ihrer direkten Nähe fahren und sowohl Sie, Ihre Familie, Freunde und Nachbarn aufs Höchste gefährden.
Es handelt sich hier um brennbare, hochverdichtete Gase (LPG), brennbare Flüssigkeiten (Benzin, Benzol Äthanol,etc.), giftige Substanzen (Chemierohstoffe) und umweltschädliche Stoffe (Dieselkraftstoff), die direkt vor Ihrer Haustür transportiert werden.
Wir, die Partei DIE LINKE. Ortverband Hamminkeln, Schermbeck Wesel fordern:
- Kein Transport von gefährlichen Gütern mitten durch unsere Stadt
- Siedlungsferne Trasse entlang der A3 und in diesem Rahmen
- Tunnelung zum Schutz der Menschen und der Natur
- Troglage und Schallschutz wo er nötig ist Zusätzlich fordern wir:
- Schallschutz entlang der bestehenden Trasse sofort
Und noch etwas ganz wichtiges!
Glauben Sie nicht denen, die behaupten es sei alles gelaufen und das dritte Gleis sei unabwendbar und beschlossene Sache, es geht noch was. Glauben Sie nicht denen, die behaupten, dass es ohne das dritte Gleis keinen Schallschutz gibt, das stimmt nicht. Glauben Sie nicht denen, die das Gefährdungspotenzial durch Gefahrgut herunterspielen und behaupten sie wollten eine sichere und komfortable Lösung für die Menschen. Die alle wohnen nicht da wo Sie wohnen. Die hören den Lärm nicht und werden auch nicht in der Gaswolke ersticken oder verbrennen. Sie, die hier leben und arbeiten tragen das volle Risiko und alle Einbußen an Lebensqualität ohne auch nur den geringsten Vorteil daraus zu haben.
Sie wollen mehr Information? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf unter
www.dielinke-kreiswesel.de oder besuchen Sie unsere Bürgersprechstunde, jeden ersten Freitag im Monat im Cafe “Am Dohlhof“
DIE LINKE. OV Hamminkeln Schermbeck Wesel